CDU: REALSCHULE ANGEZÄHLT!
„Auch wer es bislang nicht geglaubt hat, wird es nun nicht länger verdrängen können: Die Maßnahmen der Landesregierung zur Abschaffung der Realschule und zur Einführung der Einheitsschule beginnen zu greifen!“, zeigt sich der CDU Fraktionsvorsitzende Dr. Thomas Kienle angesichts der Übertrittszahlen auf Ulmer Gymnasien alarmiert. 64 % Gymnasiasten und nur noch 24 % Realschüler werden nach der Sommerpause in Ulmer Schulen starten.
„Keiner braucht sich zu wundern“; ist dies doch die logische Folge der Reformmaßnahmen, nachdem die Landesregierung die Grundschulempfehlung als unverbindlich gestellt hat. Den Eltern kann kein Vorwurf gemacht werden, natürlich wollen Eltern nur das Beste für ihr Kind, deshalb ist ihnen auch nicht zu verdenken, dass jetzt zwei Drittel der Kinder an den Schulen angemeldet werden, die auch in Zukunft eine Hochschulreife ausstellen sollen.
Dies geht aber auf Kosten der Realschulen und der berufsbildenden Schulen, die in Baden- Württemberg nicht nur das Rückgrat von Handwerk und Industrie sind, sondern geradezu conditio sine qua non für die starken mittelständischen Strukturen und die niedrige Arbeitslosenzahl im Land. Zuletzt hatte auch der US-Präsident, das deutsche Ausbildungssystem in seiner „Rede zur Lage der Nation“ als Vorbild für die USA benannt. Dass diese Strukturen nicht gehalten werden können, wenn zwei Drittel der jungen Menschen eine akademische Laufbahn anstreben, liegt auf der Hand.
Verschiebt sich die aktuelle Beschulungsmatrix um weitere 10 % hin zum Gymnasium, wovon in Zukunft auszugehen sein wird, ist die Seins-Frage der Realschule dann endgültig gestellt. Dies verläuft dann nach demselben Muster wie Grün/Rot jetzt der Werkrealschule (-nur noch die Stifterschule bleibt) in Ulm den Garaus bereitet hat. Zitat Gerhard Semler zu den aktuellen Übertrittszahlen, (Leiter des Schulamtes der Stadt): „Der Anfang vom Ende“
Rot/Grün wird sein Programm rücksichtslos durchziehen, ist auch Stadtrat Christof Nagel überzeugt; denn die Meilensteine auf dem Weg zur Einheitsschule sind vorprogrammiert: „ Neuer Bildungsplan, Rückfall ins G 9, Abschaffung der Evaluation der Qualität des Unterrichts und Vereinheitlichung, sprich Downgrading der Lehrerausbildung zum Lernbegleiter.“ „Die Abschaffung der Vergleichbarkeit von Leistung und die Abschaffung von Qualitätsstandards soll den Eltern die letzte Orientierung nehmen und ihnen vorspiegeln, „unter Rot Grün kann jeder alles“, kritisiert der Jungstadtrat den Umbau des so erfolgreichen Bildungsstandortes Ulm und Baden-Württemberg.
Die Folge hiervon liegt auf der Hand. Wir werden in den internationalen Bildungsvergleichen abqualifiziert und eine härtere Selektion setzt an weiterführenden Schulen, Hochschulen und bei den Arbeitgebern ein. Überdies wird es zu einer Gründungswelle von neuen Privatschulen kommen, ist sich der Fraktionsvorsitzende der CDU, Dr. Kienle sicher: “ Frankreich lässt grüßen, wir sind gespannt wann der neue Kultusminister die ersten Grandes Ecoles im Land ansiedeln wird.“
„Die Beförderung der Privatschullandschaft durch Rot/Grün im Namen der sogenannten Bildungsgerechtigkeit ist ein Treppenwitz der Landesgeschichte. Das Gegenteil von Bildungsgerechtigkeit ist der Fall, wenn sich der Staat sukzessive aus der Bildungsverantwortung zurückzieht! Da hilft es auch bestimmt nicht weiter, wenn die amtierende Städtetagspräsidentin Bosch am Gründonnerstag einen Schulfrieden anmahnt und dafür sorgen will, den eingeschlagenen Weg fortzuführen.
„Dies ist der falsche Weg und wir werden nicht müde dies deutlich zu machen“, ruft auch Barbara Münch, Ausschussvorsitzende des AK Bildung und Frauen-Unionsvorsitzende im Kreis alle Eltern auf, sich für Erhalt von Qualität in der Schulausbildung einzusetzen. Den Eltern wird von Rot/Grün mehr Chancengerechtigkeit durch individuelle Förderung vorgegaukelt, gleichzeitig sollen aber tausende Lehrerstellen abgebaut werden;
Dass gerade das „individuelle Lernen“ in der Gemeinschaft in Gemeinschaftsschulen, also im Verbund mehrerer Klassenstufen besser funktionieren soll, ist nicht nur ein Widerspruch in sich, sondern kann auch kein verantwortlicher Regierungspolitiker bislang erklären. Das passt hinten und vorne nicht zusammen.
Die CDU spricht sich deshalb nachhaltig für den Erhalt und den Ausbau eines differenzierten und differenzierenden Schulsystems aus. Nur in begabungsangepassten Strukturen können alle Talente nach Ihrem Vermögen und ihren Bedürfnissen optimal gefördert und entfaltet werden. Gerade dies ist Voraussetzung für eine Stärkung der Persönlichkeits- und Sozialkompetenz der Schüler, deren Fachkompetenz nach Begabung und Neigung stärker gefördert werden muss. Alle diese Ziele lassen sich im bestehenden Schulsystem besser verwirklichen.
Ungeachtet dessen steuert die Landesregierung unbeirrbar auf die allein selig machende Gemeinschaftsschule und damit auf die Abschaffung der Gymnasien zu. „In zwei Jahren“, fürchtet Kienle, „wird der Kultusminister verkünden, es habe eine Abstimmung mit den Füßen stattgefunden“, es gebe zu wenig Anmeldungen auf die Realschulen, weshalb das Gymnasium neben den Gemeinschaftsschulen zur Restschule geworden wäre.“ „Das ist dann der Moment, in dem Rot/Grün den Sack zumacht und dann die Zusammenlegung der beiden Schularten wie das Kaninchen aus dem Zylinder vorschlagen wird, praktisch, nachdem den meisten Gemeinschaftsschulen ja gerade die Sekundarstufe II noch fehlt; „Wollte er das verhindern, so muss der Kultusminister nun deutlich eine Bestandsgarantie für Realschulen und Gymnasien erklären.
„Bislang ist allerdings nichts dergleichen aus Stuttgart zu hören“, fordert Kienle ein klares Bekenntnis aus Stuttgart für die erfolgreichen Schularten Realschule und Gymnasium.