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06.08.2013, 11:18 Uhr

Regionale Schulentwicklung- quo vadis?

Der demografische Wandel sorgt dafür, dass bis zu 20 % weniger Kinder in die Schulen gehen.

Nach der grün-roten Landesregierung soll daher die regionale Schulentwicklung regeln, welche Schulen standortübergreifend erhalten bleiben können.


Hier geht's zum Antrag.

Dr. Kienle, Frau Münch und Dr. Monika Stolz in der Diskussion mit VertreterInnen aus Bildung und Verwaltung. (Bild von Roman Nicolaus)
Nur die Grundschulen sollen unangetastet bleiben. Für die CDU Fraktion Grund nachzufragen, denn die Schulentwicklungsplanung könnte auch das Aus für Realschulen und mittelfristig der Gymnasien bedeuten. Hiergegen gibt es von uns ein klares Veto!

Das Konzept von Realschule und Gymnasium hat sich bewährt und darf daher nicht in Frage gestellt werden.

Deshalb hatte die CDU-Fraktion zu einer Podiumsdiskussion mit Experten aus der Bildungspolitik eingeladen. Mit dabei waren Brigitte Röder, geschäftsführenden Schulleiterin der Ulmer Gymnasien, Dr. Monika Stolz, Landtagsabgeordnete, Gerhard Braunsteffer, geschäftsführender Schhulleiter der beruflichen Schulen, Jürgen Volz, geschäftsführender Schulleiter der Ulmer Grund-, Werkreal- und Realschulen, Wilhelm Hitzler, Schulamtsdirektor am Staatlichen Schulamt Ulm/Biberach.
 Die Begrüßung und Moderation übernahmen die Stadträte Dr. Thomas Kienle und Barbara Münch.

Auf die Frage zur aktuellen Situation an den Gymnasien kritisierte Brigitte Röder die Verknüpfung von Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung und Kürzung der Entlastungsstunden. Mit Übertrittsquoten von 60% kommen auch schwächere Schülerinnen und Schüler auf die Gymnasien, die stärker gefördert und betreut werden müssen. Mit der Kürzung der Entlastungsstunden ist aber genau dies nicht mehr möglich und die Schüler bleiben auf der Strecke. Die CDU Fraktion hatte deshalb bereits vor einigen Wochen einen Resolutionsentwurf im Gemeinderat eingebracht:„..der Gemeinderat möge die Landesregierung auffordern auf die Kürzung der Entlastungsstunden und damit die Reduzierung von Bildungsgerechtigkeit und Chancen vor allem für schwächere Schüler zu verzichten.“ Gerne hätten wir hier die Unterstützung von Grün/Rot gesehen. Diese blieb aber aus. Offensichtlich haben Ulms Grüne und Genossen keine Probleme damit, dass an den Bildungschancen unserer Kinder noch mehr gespart wird. 

Auch der scheidende Rektor der Albert-Einstein-Realschule Jürgen Volz machte klar:„Der Realschulabschluss stellt eine Qualifikation dar, die nicht verwässert werden darf.“ Die beruflichen Schulen werden von der regionalen Schulentwicklung ebenfalls tangiert. "Ich bin nicht der glühende Verfechter der Gemeinschaftsschule", sagt Gerhard Braunsteffer, geschäftsführender Leiter der beruflichen Schulen. Allerdings sei es im Interesse seiner Schulart, dass das System insgesamt gut funktioniere, somit auch die Gemeinschaftsschulen. Braunsteffer regte an, die Reformen im Bildungssystem zu hinterfragen: "Wollen wir ein Abitur mit niedrigem Niveau? Nicht jeder muss ein Abitur machen können.

Brigitte Röder brachte die Fragestellung nach der regionalen Schulentwicklung dann auf den Punkt: „Müssen wir nicht vielmehr nach den Stärken und Schwächen in einer Region fragen und wie wir hier mit einer gezielten Entwicklungsplanung verstärkend bzw. ausgleichend wirken können?“ Durch die zahlreichen Fächerprofile ist in Ulm eine hohe Diversität gegeben, die es gilt zu erhalten aber auch weiterzuentwickeln.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Dr. Thomas Kienle, sieht in der Technik- und Wissenschaftsregion Ulm einen klaren inhaltlichen Fingerzeig, der vom Bildungsbüro der Stadt und den Schulämtern aufgegriffen werden sollte.
Barbara Münch fasste als Ergebnis des Abends zusammen, dass man sich fragen müsse, wie die Schullandschaft 2020 in Ulm aussehen soll und daraus eine entsprechende Schulentwicklungsplanung abgeleitet werden soll.

Die vielen wichtigen Diskussionsbeiträge griff die CDU-Fraktion in einem Antrag an die Stadtverwaltung auf, einen runden Tisch zur „Regionale Schulentwicklung einzuberufen und sowohl Ziele als auch Kriterien für künftige Planungen zu definieren. Aus unserer Sicht muss eine solche Regionale Schulentwicklung in Angriff genommen werden, um die Qualität der Bildung in unserer Stadt zu erhalten und Investitionen zielgerichtet und optimal einsetzen zu können.



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