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22.07.2016, 11:48 Uhr

Erhalt der AEG-Telefunken-Sammlung

Antrag von Dr. Hans-Walter Roth vom 22.07.2016

Aufgeschreckt durch die Meldung, dass die historische Sammlung auf dem ehemaligen AEG-Telefunken-Gelände aufgelöst werden soll, hat CDU-Stadtrat Dr. Hans-Walter Roth sofort die Initiative ergriffen und setzt sich mit einem Antrag an den Oberbürgermeister für den Erhalt der Sammlung ein.

Hier kommen Sie zur Antwort von Oberbürgermeister Czisch.

Der Antrag im Wortlaut:

"Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Czisch,

die Firma AEG-Telefunken gehörte viele Jahrzehnte lang zum Stadtbild von Ulm. In ihren Hallen entstanden die ersten Geräte für Rundfunk und Fernsehen, es wurde das Radar entwickelt. Die Ergebnisse der Forschung und Erfindung sind die Grundlagen moderner Datenübertragung.
Telekommunikation, Luftfahrt und Raumfahrt wären ohne den Ulmer Erfindungsgeist nicht denkbar.

Nun haben erneut die Eigentümer der einst weltbekannten Firma gewechselt, neue Investoren, erneut mit neuem Briefkopf, blicken nach vorne, nicht aber zurück.

So befindet sich im Bereich des ehemaligen AEG-Telefunken-Geländes eine historische Sammlung, ein Museum also, das die Firmengeschichte lückenlos dokumentiert. Dieses, so lauten die aktuellen Nachrichten, soll nun geopfert werden. Bis zum 31.8.2016 muss dort geräumt sein. Unklar ist, in wessen Besitz dann die Sammlung übergeht, unklar wer sie sichtet, verwaltet und vor allem künftig bewahrt.

Der Arbeitskreis „Ulmer Technikgeschichte“ engagiert sich im Augenblick bereits hochmotiviert für die Sammlung. Sie darf für Ulm nicht verloren gehen, sie ist Ulmer Kulturgut.

Ich beantrage daher, die Stadt Ulm möge sich für ihren Erhalt einsetzen.

Als erstes wäre es wichtig, ihre Übernahme kostenneutral zu veranlassen, als zweites müssten dringend Räume für eine Zwischenlagerung der Exponate gefunden werden. Sie schilderten in Ihrer Schwörrede die Vision eines Technikmuseums - Visionen sind dazu da, einmal verwirklicht zu werden.

Was kaum einer weiß, aber die Anfänge von AEG-Telefunken reichen bis zum frühen Schiffsfunkverkehr zurück. Die Titanic wäre sicherlich auch ohne diesen gesunken, aber der erste drahtlose Funk rettete damals zahllose Menschenleben. Lassen wir also die historische Sammlung zur Geschichte des Unternehmens nicht einfach in den Wogen unserer Zeit untergehen."