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03.05.2022, 15:28 Uhr

Mahnmal für hingerichteten Zwangsarbeiter Josef Weiß

Antrag vom 03.05.2022

 

Der Antrag im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges wurde Josef Weiß von zwei offenbar NS-ideologisch fanatisierten Jugendlichen wegen Plünderung auf dem zerbombten Güterbahnhof denunziert, anschließend von einem Standgericht zum Tode verurteilt und nur fünf Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner hingerichtet. Er wurde zur Abschreckung an einem Ahornbaum am ehemaligen Charlottenplatz aufgehängt. Heute steht dort das Humboldt-Gymnasium. Diese tragische Geschichte wurde von Herrn Ulrich Seemüller im Stadtarchiv recherchiert, Von Herrn Rudi Kübler wiederholt in der Südwest Presse publiziert und von Herrn Dr. Lörcher wissenschaftlich aufgearbeitet. 

Eine Arbeitsgruppe bestehend aus zuvor genannten Herren, sowie Vertretungen von DZOK, Schulleitung Humboldt- und Kepler-Gymnasium und weiteren hat sich zusammengetan, um auf das Schicksal von Josef Weiß hinzuweisen und schlägt eine über eine übliche Gedenkplakette hinausgehende Schaffung eines Denkmals (Bronzeguss, Plastik) vor. In Zusammenarbeit mit den beiden Schulen sollen Entwürfe ausgearbeitet werden und eine weitere Behandlung im Unterricht stattfinden.

Josef Weiß wurde zusammen mit 743 anderen ausländischen Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern, bzw. Ausländern, die im Krieg bzw. in Folge des Krieges vielfach aufgrund inhumaner und völlig unzureichender Lebensverhältnisse in Ulm gestorben sind, im Gräberfeld 82 auf dem Neuen Friedhof begraben. Die Arbeitsgruppe merkt an, dass bis heute keinerlei Hinweise auf die Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, die dort beigesetzt wurden, existieren. Auch hier besteht der Wille, ein Mahnmal oder eine Infotafel zum Gedenken zu errichten, das ebenfalls auf Grundlage eines Projekts durch Schülerinnen und Schüler mit einer Fachjury erfolgen soll.

Die Arbeitsgruppe bittet um eine Finanzierung durch die Stadt. Wir halten dieses Projekt für wichtig. Insbesondere durch die neusten Gräueltaten, die aktuell in der Ukraine durch russische Soldaten stattfinden, zeigt sich noch einmal die Brisanz dieses Themas. Es ist unsere Aufgabe nachfolgende Generationen darauf aufmerksam zu machen, damit zumindest bei uns dies nie wieder vorkommt. Wir bitten die Stadt um Kontaktaufnahme mit der Arbeitsgruppe und wohlwollende Begleitung, sowie finanzielle Unterstützung des Projekts.

Mit freundlichen Grüßen

im Namen der gesamten CDU/UfA-Fraktion